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19.05.2020 | 6 Minuten

5 Unterschiede zwischen Elektro- und Plug-in-Hybrid-Autos


Elektroauto oder Hybrid-PKW? Das Interesse an Fahrzeugen mit alternativem Antrieb steigt – vor allem als Dienstwagen. Doch wo liegen die Unterschiede?

Studien belegen: Das Interesse an Fahrzeugen mit alternativem Antrieb steigt. Im März 2020 wurden laut ADAC insgesamt 19.755 Elektro- und Plug-in-Hybrid-Autos in Deutschland neu zugelassen – ein neuer Bestwert. Der Zuwachs bei E-Autos betrug gegenüber März 2019 ganze 56,1 Prozent. Auch die Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden – vom englischen „plug in“ im Sinne von „(Stecker) einstöpseln“ – erlebten einen regelrechten Boom: Ihre Anzahl stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 207,9 Prozent. Worin sich Plug-in-Hybride und Elektroautos unterscheiden – von den Kosten bis zur Reichweite – erfahren Sie in dieser Übersicht.

1. Das Antriebskonzept

Der größte Unterschied zwischen Elektroauto und Plug-in-Hybrid ist der Antrieb. Beim E-Auto ist der Antrieb rein elektrisch, während bei Plug-in-Hybriden neben dem Elektromotor immer auch ein konventioneller Verbrennungsmotor mit an Bord ist. Hybride Autos verfügen also über zwei Antriebsysteme. Die häufigste Kombination ist die eines Benziners mit einem Elektromotor, möglich ist aber auch ein Diesel- oder Erdgasfahrzeug.

 

Hybride Fahrzeuge gibt es in mehreren Abstufungen. Bei einem Mild-Hybrid unterstützt ein Elektromotor den Verbrennungsmotor. Ein rein elektrisches Fahren ist hier nicht möglich. Ein Voll-Hybrid kann auch kurze Strecken, etwa zwei bis fünf Kilometer, rein elektrisch fahren. Plug-in-Hybrid-Autos verfügen über eine größere Batterie, was rein elektrische Reichweiten von 30 bis 50 Kilometern möglich macht. Während beim Voll-Hybrid die kleine Batterie nur vom Verbrenner oder beim Bremsen geladen wird, laden Plug-in-Varianten auch an der Steckdose oder Ladesäule, zum Beispiel von Vattenfall InCharge. Ist der Stromvorrat aufgebraucht, wechselt das Auto zum Verbrennungsmotor.

2. Die Reichweite von Plug-in-Hybriden und E-Autos

Der größte Vorteil von Plug-in-Hybrid-Autos: die Reichweite. Die Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor ergibt eine Reichweite von meist 600 Kilometern. In aller Regel lässt sich beim Plug-in-Hybrid-Antrieb ein EV-Modus (Electric Vehicle-Modus) aktivieren. Dann fährt das Fahrzeug Strecken von 30 bis 50 Kilometernrein elektrisch und überzeugt durch einen geringeren Kraftstoffverbrauch. Damit eignen sich die Hybrid-PKWs bestens für innerstädtische Fahrten. Im Vergleich dazu ist die Reichweite von einem Elektroauto geringer. Sie beträgt, abhängig vom Modell, zwischen 120 und 220 Kilometern. Zukünftig werden sich diese Werte weiter erhöhen.

Plug-in-Hybrid-Motor

Ein Plug-in-Hybrid-Motor der mit Powertrain-System an eine Batterie angeschlossen ist. Foto: Getty Images/Bloomberg 

3. Der Leistungsvergleich

Auch in puncto Leistung liegen die Plug-in-Hybriden vorn. Das Zusammenspiel der beiden Antriebe ermöglicht insgesamt eine bessere PS-Leistung und sportliche Zwischenspurts. Ein Beispiel: Der E-Golf verfügt zwar über passable 116 PS, der Passat GTS DSG hingegen mobilisiert eine Systemleistung von 218 PS. Ohne Strom im Akku sind Hybrid-Fahrzeuge normale Verbrenner, weshalb sich auch eine solche Leistung abrufen lässt. (Verwirrend formuliert: Die Leistung ist unabhängig davon abrufbar, ob die Batterie geladen ist oder nicht)

4. Ein Kostenüberblick

Plug-in-Hybride kosten in der Anschaffung meistens mehr als Elektroautos. Für einen e-Golf muss man rund 32.000 Euro einplanen und beim Passat GTE DSG etwa 45.000 Euro. Der Grund dafür: Üblicherweise sind Hybrid-Fahrzeuge in Deutschland größere Kombis bis hin zu SUVs.

 

Und wie hoch sind die Betriebskosten der einzelnen Modelle? Eine Vergleichsrechnung des ADAC vom Februar 2020 bringt Klarheit: Demnach kostet beispielsweise ein E-Golf bei rund 15.000 Kilometern jährlicher Fahrleistung 43,6 Cent pro Kilometer. Beim Passat GTE DSG, dem Plug-in-Hybrid mit Benzin, fallen 59,6 Cent pro Kilometer an. Diese Zahlen sind jedoch abhängig von der jeweiligen Automarke. So liegen die Kosten beim rein elektrischen Model X Performance von TESLA E-Hybrid Tiptronic S bei 120,8 Cent pro Kilometer und bei der Plug-in-Alternative Porsche Cayenne Coupé Turbo S fallen Kosten von 173,8 Cent an. Generell gilt: Welche Verbräuche sich in der Praxis ergeben, hängt vom Fahrverhalten ab.

5. Die Fördermöglichkeiten

Neben dem gestiegenen Umweltbewusstsein gibt es sicher noch einen weiteren Grund für den Boom der alternativen Antriebe: die finanzielle Förderung. Hybrid-Autos werden mit bis zu 4.500 Euro staatlicher Umwelt-Prämie gefördert. Für Plug-In-Hybride, die als privat genutzte Dienstwagen unterwegs sind, fällt in Deutschland zudem seit 2019 nur noch die Hälfte an Steuern an. Für Elektroautos gibt es 6.000 Euro Prämie. Und auch steuerlich gibt es Vorteile: Für Elektrofahrzeuge, die bis zum 31.12.2020 erstmals zugelassen werden, fällt zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer an.

 


Quellen:
Kostenvergleich e-Fahrzeuge + Plug-In Hybride gegen Benziner und Diesel:
https://www.adac.de/_mmm/pdf/e-autosvergleich_260562.pdf
Neuzulassungen im April: Automarkt im freien Fall:
https://www.adac.de/verkehr/neuzulassungen-kba/

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