04.08.2026 | 3 Minuten

Warum Laden nicht immer gleich viel kostet


An der Tankstelle ist der Preis eindeutig: Was auf der Anzeigetafel steht, gilt für alle. Beim öffentlichen Laden von Elektroautos sieht das anders aus. Hier kann dieselbe Kilowattstunde – an derselben Schnellladesäule und zur gleichen Zeit – unterschiedlich viel kosten. Der Grund dafür ist nicht der Strom selbst, sondern die Art der Abrechnung. Ob Sie spontan per Kreditkarte laden, den Tarif des Ladepunktbetreibers nutzen oder mit einer Ladekarte eines anderen Anbieters unterwegs sind, wirkt sich häufig direkt auf den Preis aus. Eine aktuelle Marktanalyse der Stiftung Klimaneutralität zeigt, dass insbesondere das Laden über Roaming im Durchschnitt rund 34 Prozent teurer ist als das Laden mit dem Tarif des jeweiligen Betreibers.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • An einer Schnellladesäule können bis zu drei unterschiedliche Preise gelten.
  • Laden über Roaming ist bei großen Anbietern im Durchschnitt 34% teurer als der Betreiber-Tarif.
  • 84% der Betreiber verlangen beim Ad-hoc-Laden einen höheren Preis als für ihren eigenen Tarif. (Quelle: Studie Stiftung Klimaneutralität)
  • Vattenfall InCharge gehört zu den wenigen großen Anbietern, die keinen Preisunterschied zwischen Ad-hoc-Laden und dem eigenen Tarif machen.

So entstehen unterschiedliche Ladepreise

Der öffentliche Lademarkt funktioniert anders als viele vermuten. Neben dem Unternehmen, das die Ladesäule betreibt, sind häufig weitere Anbieter beteiligt, die den Zugang zur Ladeinfrastruktur ermöglichen und die Abrechnung übernehmen. 

Der Ladepunktbetreiber – auch Charge Point Operator (CPO) genannt – stellt die Infrastruktur bereit und legt unter anderem den Preis für das Ad-hoc-Laden fest. Daneben gibt es sogenannte E-Mobility Provider (EMP), die ihren Kundinnen und Kunden Apps oder Ladekarten zur Verfügung stellen. Dadurch lässt sich mit nur einem Vertrag an Tausenden Ladepunkten verschiedener Betreiber laden.  

Dieses System macht Elektromobilität komfortabel. Gleichzeitig führt es dazu, dass für denselben Ladevorgang unterschiedliche Preise entstehen können. 

Warum Roaming häufig teurer ist

Wer mit der Ladekarte oder App eines Mobilitätsanbieters an einer Ladesäule eines anderen Betreibers lädt, nutzt sogenanntes Laderoaming. Im Hintergrund rechnen beide Unternehmen den Ladevorgang miteinander ab – Kosten, die sich häufig im Endpreis widerspiegeln.  

Die Marktanalyse zeigt, dass diese Unterschiede deutlich ausfallen können. Bei den größten Schnellladeanbietern zahlen Kundinnen und Kunden beim Laden über einen Drittanbieter durchschnittlich rund 34 Prozent mehr als mit dem jeweiligen Betreiber-Tarif. Wer regelmäßig öffentlich lädt, kann deshalb allein durch die Wahl des Tarifs spürbar Kosten sparen – ganz ohne eine andere Ladesäule anzusteuern.  

Warum Ad-hoc-Laden oft mehr kostet

Nicht nur beim Roaming unterscheiden sich die Preise. Auch das spontane Ad-hoc-Laden – also das Bezahlen direkt an der Ladesäule ohne Registrierung oder Vertrag – ist bei vielen Betreibern teurer als das Laden mit dem eigenen Tarif. 

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen möchten viele Betreiber Anreize schaffen, die eigene App oder den eigenen Tarif zu nutzen. So binden sie Kundinnen und Kunden langfristig an das eigene Ladenetz und können zusätzliche Services anbieten. Zum anderen verursacht das Ad-hoc-Laden häufig höhere Kosten für Zahlungsabwicklung und technische Infrastruktur, etwa durch die Bereitstellung von Kartenzahlung oder die Abwicklung einzelner Transaktionen. Wie stark diese Faktoren den Preis tatsächlich beeinflussen, ist von außen allerdings nicht nachvollziehbar.

Die Studie kommt dennoch zu einem klaren Ergebnis: 84 Prozent der untersuchten Betreiber verlangen beim Ad-hoc-Laden höhere Preise als für ihren Vertragstarif. Nur 16 Prozent verzichten auf diesen Aufpreis oder bieten Ad-hoc-Laden sogar günstiger an. Dabei handelt es sich überwiegend um kleinere Stadtwerke und regionale Versorger.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das nicht immer nachvollziehbar. Schließlich soll das Ad-hoc-Laden einen einfachen und barrierefreien Zugang zur öffentlichen Ladeinfrastruktur ermöglichen – unabhängig davon, ob bereits eine App installiert oder eine Ladekarte vorhanden ist. Wer spontan lädt, erwartet deshalb vor allem eines: einen transparenten Preis, der nicht davon abhängt, ob zuvor ein Kundenkonto angelegt wurde.

Ein anderer Ansatz

Es gibt jedoch Ausnahmen. Vattenfall InCharge gehört zu den wenigen großen Ladepunktbetreibern, die beim Ad-hoc-Laden keinen höheren Preis verlangen als für den eigenen Tarif. 

Wer direkt an der Ladesäule per Kredit- oder Girokarte bezahlt, lädt zum gleichen Preis wie Nutzerinnen und Nutzer der InCharge-App oder Ladekarte. Auch die Marktanalyse verweist auf diese Preisstrategie und hebt hervor, dass Vattenfall seine Preise für Ad-hoc-Laden und den eigenen Tarif vereinheitlicht hat.  

Das bedeutet: Niemand muss zunächst ein Kundenkonto anlegen oder eine App herunterladen, um von einem fairen Preis zu profitieren. 

Transparenz wird immer wichtiger

Mit dem Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur wächst auch die Zahl der Tarifmodelle. Für viele Fahrerinnen und Fahrer wird es dadurch zunehmend schwieriger, auf den ersten Blick zu erkennen, welche Kosten tatsächlich entstehen. 

Die Ergebnisse der Marktanalyse zeigen, wie wichtig transparente Preisstrukturen sind. Wer häufig öffentlich lädt, sollte nicht nur auf den Standort einer Ladesäule achten, sondern auch darauf, wie der Ladevorgang abgerechnet wird. Denn oft entscheidet nicht die Ladeleistung über den Preis, sondern der gewählte Tarif. 

Faire Ad-hoc-Preise leisten dabei einen wichtigen Beitrag. Sie machen öffentliches Laden einfacher, weil spontane Ladevorgänge nicht automatisch mit höheren Kosten verbunden sind – und genau das sollte im Alltag der Elektromobilität selbstverständlich sein. 

 

Ladepreise Vattenfall InCharge


Laden
Ratgeber

So funktioniert intelligentes Laden in der Praxis

E-Autos als Dienstwagen – unsere Modelle für 2025

So entwickeln sich die Kosten für Elektroautos