Warum Ad-hoc-Laden oft mehr kostet
Nicht nur beim Roaming unterscheiden sich die Preise. Auch das spontane Ad-hoc-Laden – also das Bezahlen direkt an der Ladesäule ohne Registrierung oder Vertrag – ist bei vielen Betreibern teurer als das Laden mit dem eigenen Tarif.
Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen möchten viele Betreiber Anreize schaffen, die eigene App oder den eigenen Tarif zu nutzen. So binden sie Kundinnen und Kunden langfristig an das eigene Ladenetz und können zusätzliche Services anbieten. Zum anderen verursacht das Ad-hoc-Laden häufig höhere Kosten für Zahlungsabwicklung und technische Infrastruktur, etwa durch die Bereitstellung von Kartenzahlung oder die Abwicklung einzelner Transaktionen. Wie stark diese Faktoren den Preis tatsächlich beeinflussen, ist von außen allerdings nicht nachvollziehbar.
Die Studie kommt dennoch zu einem klaren Ergebnis: 84 Prozent der untersuchten Betreiber verlangen beim Ad-hoc-Laden höhere Preise als für ihren Vertragstarif. Nur 16 Prozent verzichten auf diesen Aufpreis oder bieten Ad-hoc-Laden sogar günstiger an. Dabei handelt es sich überwiegend um kleinere Stadtwerke und regionale Versorger.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das nicht immer nachvollziehbar. Schließlich soll das Ad-hoc-Laden einen einfachen und barrierefreien Zugang zur öffentlichen Ladeinfrastruktur ermöglichen – unabhängig davon, ob bereits eine App installiert oder eine Ladekarte vorhanden ist. Wer spontan lädt, erwartet deshalb vor allem eines: einen transparenten Preis, der nicht davon abhängt, ob zuvor ein Kundenkonto angelegt wurde.