Foto: Vattenfall
24.04.2023 | 3 Minuten

Förderrichtlinie Elektromobilität: Millionenförderung für mehrere Projekte


Um rein elektrische Mobilität in Deutschland voranzutreiben, unterstützt das Bundesministerium für Digitales und Verkehr durch Elektromobilitäts-Förderungen Vorhaben zur Batteriesicherheit, Ladeinfrastruktur und Netzintegration.

10 Mio. Euro für sechs E-Mobility-Forschungsprojekte

Elektromobilität gilt als eine Schlüsseltechnologie, mit der das Verkehrssystem innovativ und nachhaltig gestaltet werden kann. Zentrale Elemente hierfür sind neben der Batteriesicherheit auch der Ausbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur sowie die Integration in das Stromnetz.  
 
Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) Anfang 2023 Förderbescheide in einer Gesamthöhe von 10 Mio. Euro für sechs Forschungsvorhaben ausgegeben. Fördergelder aus der Förderrichtlinie Elektromobilität erhalten Projekte von eMobiGrid, FlexFleet, Retail4Multi-Use, UniCharge, BALSAM und SafeDaBatt. Sie sollen dazu beitragen, dass Deutschland Vorreiter bei der Elektromobilität ist. 

Wie auch Sie als Privatperson oder Unternehmen bei der Anschaffung eines Elektroautos oder beim Aufbau von Ladeinfrastruktur unterstützt werden können, erfahren Sie in unserer Fördermitteldatenbank.

Millionenförderung für mehr Klimafreundlichkeit

Die höchste Förderung in Höhe von 3 Mio. Euro erhält das Verbundsprojekt eMobiGrid, in dem die Universität Bayreuth, drei mittelständische Unternehmen und die Fraunhofer-Gesellschaft eng zusammenarbeiten. Ziel des Projekts ist es, unterschiedliche Fahrzeugsysteme wie Personen- und Lastkraftwagen bis hin zu Traktoren und Baumaschinen in eine übergreifende Infrastruktur für Elektroenergie einzubinden. Der Fokus liegt dabei auf der Verwendung standardisierter und intelligenter Messsysteme im Rahmen des bestehenden Energierechts. Durch die Kopplung von u. a. Batteriespeichern, PV-Anlagen und Windrädern soll außerdem der Nutzungsgrad erneuerbarer Energien erhöht werden.
 
Für die Entwicklung einer universellen Ladeelektronik für Elektrofahrzeuge erhält das Projekt UniCharge 2 Mio. Euro und damit die zweithöchste Förderung. Erforscht wird ein neuer On-Board-Charger. Diese Komponente dient als Bindeglied zwischen dem Hochvoltstromspeicher des Elektrofahrzeugs und dem Stromnetz. Der neue On-Board-Charger soll unter anderem einen intelligenten Energietransfer sowie bidirektionales Laden ermöglichen. Partner sind die Technische Universität Dortmund mit drei Unternehmen aus Bayern und Baden-Württemberg.

Innovative Ladestruktur

Intelligente Ladetechnologien stehen bei dem Projekt FlexFleet der RWTH Aachen und der Smartlab GmbH im Mittelpunkt, das mit einer halben Million Euro unterstützt wird. Die Forschenden haben vor allem die Elektrofahrzeugflotte von Unternehmen im Fokus. Innovative Flottenladetechnologien sollen den Spitzenstrombedarf senken und somit verhindern, dass Ladeinfrastruktur und lokale Verteilernetze überlastet werden.  
 
Ebenfalls mit der Ladeinfrastruktur beschäftigt sich das Berliner Reiner Lemoine Institut in Zusammenarbeit mit dem DLR Institut für Verkehrsforschung im Rahmen des Forschungsprojekts Retail4Multi-Use. Im Mittelpunkt der Forschung, die mit 1,7 Mio. Euro gefördert wird, steht das Potenzial für Lademöglichkeiten im Einzelhandel. Untersucht wird unter anderem, wie unterschiedliche Nutzergruppen wie Taxigewerbe, Logistik oder Carsharing das System effizient nutzen können. Darüber hinaus wird ein Konzept für eine digitale Matching-Plattform entwickelt, in der das Angebot von und die Nachfrage nach Lademöglichkeiten zusammengebracht werden können.

Batteriesicherheit im Fokus

Das Brandverhalten und die Schadgaswirkung von Batterien wird im Rahmen des Projekts BALSAM erforscht, in dem sich die Technische Hochschule Ingolstadt und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung mit drei bayerischen Unternehmen zusammengeschlossen haben. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Batterien besser zu schützen. Hierfür werden 2 Mio. Euro bereitgestellt.  
 
Fehler in Batteriezellen früh zu erkennen und auf diese Weise Leistungseinbußen zu verhindern sowie die Batterie noch sicherer zu machen, hat das Projekt SafeDaBatt zum Ziel. Gefördert wird das Gemeinschaftsvorhaben der RWTH Aachen und der FEV Europe GmbH mit 440.000 Euro.  

Das Bundesverkehrsministerium hat seit 2015 rund 1.300 Vorhaben mit 420 Mio. Euro Bundesmitteln bewilligt, zu denen rund 20.000 Elektrofahrzeuge, knapp 9.000 Ladeinfrastruktureinheiten, 345 Elektromobilitätskonzepte sowie 35 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zählen.  
 
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