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10.01.2020 | 3 Minuten

Umweltbonus und Co: 2020 steigt die staatliche Förderung für Elektroautos


E-Mobilität ist nicht nur gut für Umwelt und Gewissen, sondern auch für den Geldbeutel. Bund und Länder treiben sie weiter voran, unter anderem mit attraktiven Förderungen für Elektroautos.

Seit 2012 hat die Bundesregierung zahlreiche Initiativen auf den Weg gebracht, um Elektromobilität zu fördern und die Technologie massentauglich zu machen. Inzwischen fahren 220.000 E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen. Das kühne Ziel bis 2030: Ein Anstieg auf 10 Millionen E-Autos, dazu eine Million Ladepunkte. Darum startet und verlängert das Verkehrsministerium federführend auch 2020 einige Förderprogramme für elektrische Fahrzeuge und den Ausbau der Ladeinfrastruktur.

  • Der Umweltbonus auf Kauf oder Leasing eines E-Autos oder Plug-in-Hybrids wird bis 2025 verlängert und erhöht
  • In Nordrhein-Westfalen gibt es zusätzlich zum Umweltbonus weitere 4.000 Euro Förderung fürs E-Auto
  • Bereits seit Juli 2019 fördert der Bund ein akustisches Warnsignalsystem (AVAS), um die lautlosen E-Autos sicherer zu machen
  • Wer seinen elektrischen Firmenwagen privat nutzt, zahlt von 2020 bis 2030 pauschal nur noch ein Viertel der Bemessungsgrundlage als Steuern (25 Prozent des Listenpreises), sofern das Fahrzeug weniger als 40.000 Euro kostet. Bisher waren es 50 Prozent
  • Firmen sollen Lieferfahrzeuge ab 2020 schneller abschreiben können (Sonderabschreibung)

Der Umweltbonus, der 2016 als E-Autokaufprämie eingeführt wurde, wird 2020 noch attraktiver: Neben der Verlängerung bis 2025 bekommen Käufer eines Elektroautos mit einem Preis von maximal 40.000 Euro nun 6.000 statt 4.000 Euro Zuschuss. Bei Plug-in-Hybriden steigt die Förderung von 3.000 auf 4.000 Euro. Den Zuschuss für Elektroautos gibt es auch für Leasingfahrzeuge. Das Land Nordrhein-Westfalen verdoppelt den Bonus sogar.

Die Bundesregierung fördert zunehmend auch private Ladepunkte, um Elektromobilität noch einfach in den Alltag zu integrieren. Foto: Maskot/GettyImages

Zuschuss Elektroauto: Doppelter Steuervorteil für Dienstwagen und Firmenflotten

Außerdem neu: Anspruch auf den Umweltbonus haben auch Fahrer von jungen gebrauchten Elektrofahrzeugen, sofern sie nicht vorher schon einmal gefördert wurden. Das Auto muss außerdem zwischen vier und acht Monaten in der Hand des Vorbesitzers gewesen sein und darf maximal 8.000 gefahrene Kilometer auf dem Tacho haben.

Am meisten aber profitieren Unternehmen und Nutzer von Firmenwagen. Der Steuervorteil für Elektroautos, die als Firmenwagen privat mitgenutzt werden, wurde erneut verdoppelt. Sprich: Die Dienstwagensteuer fällt von 0,5 Prozent auf 0,25 Prozent. Außerdem müssen die Fahrzeuge nur noch mit 25 Prozent der Bemessungsgrundlage versteuert werden. Besonders attraktiv für Lieferunternehmen: Die neue Sonderabschreibung. Selbstständige und Handwerksbetriebe können die Neuanschaffung eines reinen E-Lieferautos einmalig mit 50 Prozent der Anschaffungskosten abschreiben – sofern die zulässige Gesamtmasse 7,5 Tonnen nicht übersteigt.

Mehr Infrastruktur und Forschung zur Förderung der Elektromobilität

Neben Geldmitteln baut die Bundesregierung ihr Engagement auch in Sachen Forschung und Infrastrukturentwicklung aus. Heute gibt es deutschlandweit rund 21.000 Ladepunkte. Bis 2030 soll es eine Million davon im öffentlichen Raum geben. Ab 2020 nimmt dafür eine vom Verkehrsministerium um Andreas Scheuer eingerichtete Leitstelle ihre Arbeit auf, die Maßnahmen zum schnelleren Ausbau koordiniert. Ein neues Förderpaket wurde bereits geschnürt: Bis 2030 will der Bund mehr als drei Milliarden Euro investieren, um das Ladenetz massentauglich zu machen. Außerdem gibt es Bestrebungen, 2020 insgesamt 50 Millionen Euro in die Förderung privater Lademöglichkeiten zu investieren. Auch auf Kundenparkplätzen, zum Beispiel von Supermärkten, soll es mehr Ladesäulen geben. Die Förderung von Ladestationen für Elektroautos, ob privat oder geschäftlich, ist im Kommen.


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